Hypnotherapie Dresden, Diplompsychologin Katrin Helbig

Hypnose – Was ist das?

Über Hypnose gibt es viele Mythen. Schnell denkt man an Shows, in denen Menschen in einen Zustand gelangen, in dem sie keine Kontrolle mehr über sich selbst haben und scheinbar willen- und wehrlos sind. Therapeuten nutzen Trancezustände jedoch, um eine konzentrierte Aufmerksamkeit zu erzeugen. In einer Hypnose leite ich Sie dazu an, sich auf bestimmte Sinneswahrnehmungen (Sehen, Hören, Fühlen) zu konzentrieren und dabei tief zu entspannen. Im Trancezustand gelingt es Ihnen besser, sich ganz auf den Augenblick zu konzentrieren und somit weniger durch alte, behindernde Denkmuster beeinflusst zu werden. Stattdessen gelingt es Ihnen, neue, positive Sichtweisen tief im Gehirn zu verankern.

Im Körper kommt es in Trance zu einer verstärkten Aktivität des Parasympathikus. Das ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der für Erholung, Ruhe und Entspannung zuständig ist. Im Gehirn können im EEG verstärkt Alpha-Wellen gemessen werden. Dies sind die gleichen Alpha-Wellen, die beim Menschen auch kurz vor dem Einschlafen erkennbar sind. Sie machen deutlich, dass es sich bei Trance um einen tief entspannten Wachzustand handelt.

Über bildgebende Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) kann gezeigt werden, wie sich die Gehirnaktivität in Trance in bestimmten Hirnzentren verstärkt. Es werden neuronale Systeme aktiviert, die zu einer verbesserten Informationsverarbeitung im Gehirn führen. Dadurch ist es beispielsweise Menschen möglich, bei Entscheidungsschwierigkeiten die für sie selbst richtige Entscheidung herauszufinden.

Diese Ergebnisse machen deutlich: Menschen sind in Hypnose zwar in einer entspannten Haltung, befinden sich dabei aber in einem aktiven, und nicht wie häufig befürchtet, in einem passiven und willenlosen Zustand.

In der Psychotherapie kann Hypnose prinzipiell für die Behandlung fast aller psychischen Erkrankungen eingesetzt werden. Menschen können dabei belastende Symptome verlieren oder lernen, mit ihnen besser umzugehen. So ist eine erlebbare Reduktion von Ängsten, Schuldgefühlen, dem Gefühl von Versagen oder Ärger möglich. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Hypnose die Wirkung von Verhaltenstherapie verstärkt.

Bei körperlichen Erkrankungen wird Hypnose im Bereich der Schmerzbehandlung, zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte bei schweren körperlichen Erkrankungen sowie zur prä- und postoperativen Begleitung eingesetzt. Hypnose kann auch bei der Raucherentwöhnung sowie zur Reduktion des Suchtdruckes bei Problemen mit Alkohol genutzt werden. Im Coaching kann Hypnose helfen, neue Problemlösungsstrategien zu entdecken oder ein befriedigenderes Verhältnis zwischen Arbeit, Familie, Freizeit und Gesundheit zu finden. Es ist auch möglich, Selbsthypnosetechniken zu erlernen, um nach der Arbeit besser abschalten zu können.

Mancher denkt, in einer Hypnosesitzung besteht die Gefahr, willenlos zu werden und dann etwas zu tun, was man selbst eigentlich nicht möchte. Diese Gefahr besteht nicht, wenn die Psychologin oder der Psychologe eine spezielle Ausbildung in medizinischer Hypnose hat. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass es nicht möglich ist, Menschen gegen ihren Willen in Trance zu versetzen.

Ihren zweifelhaften Ruf verdankt die eigentlich hilfreiche Therapiemethode Trance oder Hypnotherapie der Bühnenhypnose. Doch die Bühnenhypnose ist ein Suggestibilitätstest, der im Rahmen einer Show unterhaltsam gestaltet wird. Sie wird häufig von Laien durchgeführt, indem aus einer Gruppe von Menschen die hochsuggestiblen Personen über Suggestibilitätstests herausgefunden werden. Menschen, die dann bereit sind, ihre persönliche Kontrolle ganz an den Hypnotiseur abzugeben, begeben sich in eine für sie selbst potentiell problematische und möglicherweise gefährliche Situation.

Deshalb ist es in Ländern wie Schweden und Israel nur ausgebildeten Psychologen, Ärzten und Zahnärzten erlaubt, Hypnose auszuüben. Aus diesem Grund spricht sich die International Society of Hypnosis (ISH) und die mit ihr assoziierten deutschen Gesellschaften auch dagegen aus, Laien in Hypnose auszubilden.

In Deutschland wurde die Hypnotherapie im Jahre 2006 als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren vom Wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie (WPT) bestätigt.

In der Psychotherapie ist die Hypnose also eine sehr effektive Methode, persönliche Lern- und Heilungsprozesse zu unterstützen. Sie kann helfen, schneller die persönlichen Veränderungsziele zu erreichen.